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Dildar, der Dichter von Ey Reqîb

Dildar ist der Künstlername von Yûnis Reûf, einem Jurastudenten und Dichter aus Koye (Başûr), der die kurdische Nationalhymne mit zwanzig in einer Gefängniszelle schrieb und mit dreissig starb, bevor er hören konnte, was aus seinem Gedicht wurde.

Die Fakten

Name Yûnis Reûf (Yûnis Mele Reûf), Künstlername Dildar belegt
Geboren 20. Februar 1918 in Koye (Başûr); manche Quellen nennen 1917 umstritten
Ausbildung Jura; Abschluss 1945, danach Anwalt belegt
Gestorben 1948 in Hewlêr, mit 30, an einem Herzleiden; die Quellen nennen verschiedene Tage umstritten
Grabstätte Koye oder Hewlêr; die Quellen weichen ab umstritten
Erstes Gedicht 1935, in der Zeitschrift Ronakî (Hewlêr) belegt
Gesammelte Gedichte Postum 1948 erschienen; 2023 neu aufgelegt belegt

Ein kurzes Leben

Yûnis Reûf wurde 1918 in Koye geboren. Er ging in Ranya, Koye und Kerkûk zur Schule, studierte Jura, schloss 1945 ab und arbeitete als Anwalt. Als junger Mann trat er Hîwa (Hoffnung) bei, einer frühen kurdischen politischen Organisation; sein politisches Engagement und seine Dichtung waren nie getrennte Dinge.

1938, inhaftiert wegen seiner politischen Überzeugungen, schrieb er das Gedicht, das Ey Reqîb werden sollte. Über den Ort der Haft gehen die Quellen auseinander: die dominante Lesart spricht von einer Zelle in Rojhilat, andere von einem Regierungsgefängnis in Başûr. Er wählte den Künstlernamen Dildar, der mit Herz, der Liebende.

Er starb im Herbst 1948 in Hewlêr an einem Herzleiden, dreissig Jahre alt. Zwei Jahre zuvor hatte die Republik Mahabad sein Gedicht zur Hymne gemacht; dass es die offizielle Hymne der Region Kurdistan werden würde, erlebte er nicht mehr.

Werk und Vermächtnis

Dildar veröffentlichte sein erstes Gedicht mit siebzehn in der Zeitschrift Ronakî, spätere Arbeiten in Gelawêj. Seine Dichtung bewahrt die klassischen kurdischen Formen und bringt zugleich die romantischen und sozialen Themen seiner Generation ein; viele seiner Gedichte wurden vertont.

Seine gesammelten Gedichte erschienen postum 1948 und wurden 2023 mit sechsunddreissig Gedichten neu aufgelegt. Seinen Namen tragen heute Schulen und Kultureinrichtungen in ganz Kurdistan, und vor allem die Hymne selbst: keine kurdische Versammlung singt seine Worte, ohne in diesem Moment an den jungen Anwalt zu denken, der sie hinter Gittern schrieb.

Zur Geschichte der Hymne